Der Wasserturm an der Viersener Straße gilt als eines der markantesten Wahrzeichen von Mönchengladbach und wird oft als einer der schönsten Jugendstil-Wassertürme Deutschlands bezeichnet.
Bau und Architektur
- Bauzeit: Der Turm wurde zwischen 1907 und 1909 nach Plänen des Stadtbaumeisters Otto Greiß (oft auch als Otto Kreis/Reis geführt) errichtet.
- Einweihung: Die feierliche Eröffnung fand am 14. November 1909 statt.
- Kosten: Der Bau kostete damals rund 216.000 Goldmark.
- Konstruktion: Mit einer Höhe von etwa 51 Metern beherbergt er zwei Stahlbehälter. Eine architektonische Besonderheit ist, dass die Last des oberen Behälters allein durch die Außenwände getragen wird, ohne interne Stützpfeiler.
- Künstlerische Details: Die Steinplastiken am Turm stammen vom Bildhauer Emil Hollweg. Sie zeigen unter anderem den damaligen Oberbürgermeister Hermann Pielk (bzw. Pünder) und dessen Familie sowie verschiedene Wassertiere.

Funktion und Nutzung
- Wasserversorgung: Auch heute noch ist der Turm für die Trinkwasserversorgung aktiv. Der untere Behälter (ca. 2.300 m³) versorgt die tiefergelegenen Gebiete, während der obere (800 m³) den Druck für die Oberstadt sicherstellt.
- Sanierung: Im Jahr 1998 wurde das Bauwerk umfassend renoviert und erstrahlt seitdem wieder in seinem ursprünglichen Glanz.
- Besichtigung: Besucher können den Turm über 234 Stufen erklimmen, um einen Panoramablick über die Stadt zu genießen. Öffentliche Führungen finden in der Regel von März/April bis August an jedem ersten Samstag im Monat statt.
Das ehemalige Pumpenwärterhäuschen
Das zum Ensemble gehörende ehemalige Wärterhäuschen hat eine neue Bestimmung gefunden: Es dient seit der Renovierung als Stipendiatenhaus und bietet jungen Kunsttalenten für jeweils zwei Jahre ein Domizil und Arbeitsraum.

