
Stadtbezirk Süd
Der Stadtbezirk Süd ist das historische und administrative Herz der ehemaligen Stadt Rheydt und prägt heute maßgeblich die Identität Mönchengladbachs als „Zweistädtestadt“. Er entstand in seiner heutigen Form durch die kommunale Neugliederung am 1. Januar 1975, bei der die zuvor eigenständigen Städte Mönchengladbach, Rheydt und die Gemeinde Wickrath vereinigt wurden.
Stadtteile
Der Bezirk ist sehr vielfältig und umfasst insgesamt 14 Stadtteile, die von urbanen Zentren bis hin zu grünen Wohngebieten reichen:
- Rheydt & Rheydt-West: Das historische Zentrum von Rheydt mit dem Marktplatz und der Haupteinkaufsstraße.
- Odenkirchen (Mitte & West): Ein eigenständiger Siedlungskern im Süden mit langer Geschichte.
- Schloss Rheydt: Bekannt für das bedeutende Renaissanceschloss.
- Bonnenbroich-Geneicken, Mülfort, Heyden, Geistenbeck, Pongs, Schrievers.
- Grenzlandstadion, Schmölderpark, Hockstein, Sasserath.
Highlights und Sehenswürdigkeiten
Grenzlandstadion: Eine wichtige Sportstätte, besonders für Leichtathletik und die Regionalliga-Spiele der U23 von Borussia Mönchengladbach.
Schloss Rheydt: Das Wasserschloss ist das kulturelle Aushängeschild des Bezirks. Es beherbergt ein Museum und ist Veranstaltungsort für Ritterspiele und Konzerte.
Schmölderpark: Eine der schönsten Parkanlagen der Stadt, die besonders bei Familien und Joggern beliebt ist.
Rheydter Marktplatz: Hier finden regelmäßig Wochenmärkte und Großveranstaltungen statt. Die angrenzende evangelische Hauptkirche ist ein markantes Wahrzeichen.
Infrastruktur und Leben
Wohnwert: Die Gegend um das Grenzlandstadion gehört statistisch zu den einkommensstärkeren Wohngebieten im Bezirk.
Einkaufen: Die Rheydter Innenstadt bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und ist nach dem Gladbacher Zentrum der wichtigste Handelsstandort der Stadt.
Verkehr: Der Bezirk ist durch den Hauptbahnhof Rheydt sehr gut an das regionale Schienennetz (Richtung Düsseldorf, Köln und Aachen) angebunden.
Geschichte & Historie
- Eigenständigkeit von Rheydt: Bis 1975 war Rheydt eine kreisfreie Stadt. Die Rivalität und spätere Vereinigung mit (Alt-)Mönchengladbach ist ein zentrales Element der lokalen Historie.
- Industrielles Erbe: Der Süden war ein Zentrum der Textilindustrie. Viele historische Fabrikgebäude und Arbeitersiedlungen zeugen noch heute von der Blütezeit der „Weberei-Stadt“.
- Odenkirchen: Dieser Stadtteil blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück; bereits im Jahr 1107 wurde Odenkirchen erstmals urkundlich erwähnt.

Besonderheiten
- Schloss Rheydt: Ein perfekt erhaltenes Renaissance-Wasserschloss, das heute ein Museum für Kunst und Kulturgeschichte beherbergt. Es ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Region.
- Zwei Hauptbahnhöfe: Eine deutschlandweite Besonderheit ist, dass Mönchengladbach zwei Hauptbahnhöfe besitzt – den in Mönchengladbach und den in Rheydt, was die historische Eigenständigkeit beider Stadtkerne unterstreicht.
- Beller Mühle: Ein beliebtes Naherholungsgebiet in Odenkirchen mit historischem Mühlenstandort (Errichtung 1787).
Kuriosen Geschichten
Der Stadtbezirk Süd in Mönchengladbach – bestehend aus Rheydt, Odenkirchen, Giesenkirchen und Mülfort – ist reich an kuriosen Geschichten, die oft von der Eigenständigkeit der ehemaligen Stadt Rheydt und dem besonderen Stolz der Stadtteilbewohner erzählen.
Rheydt: Die „andere“ Stadt im Süden
Die skurrilste Tatsache über Rheydt ist wohl seine doppelte Eingemeindungshistorie. Lange Zeit war Rheydt eine eigenständige Stadt und stand in ständiger Konkurrenz zum benachbarten (Mönchen-)Gladbach.
- Die Zwangshochzeit: 1929 wurden Gladbach und Rheydt erstmals zur Stadt „Gladbach-Rheydt“ vereinigt. Doch schon 1933 sorgte der in Rheydt geborene NS-Propagandaminister Joseph Goebbels dafür, dass seine Heimatstadt wieder eigenständig wurde. Erst 1975 kam es zur endgültigen Fusion, was viele alteingesessene Rheydter bis heute mit einem Augenzwinkern als „Besatzung“ bezeichnen.
- Der Juwelier-Überfall mit der Kloschüssel: In der Rheydter Innenstadt kam es 2025 zu einem besonders bizarren Vorfall, als ein Juwelier einen Überfall mit einer Toilettenschüssel abwehrte, die er den Tätern entgegenschleuderte.
- Schloss Rheydt: Das einzige vollständig erhaltene Renaissance-Wasserschloss am Niederrhein beherbergt nicht nur Kunst, sondern ist auch Schauplatz vieler lokaler Legenden und „Dunkler Geschichten“ über die ehemaligen Schlossherren.
Odenkirchen: Das „Völkchen für sich“
In Odenkirchen wird die Eigenständigkeit besonders großgeschrieben. Der Stadtteil versteht sich oft weniger als Teil von Mönchengladbach, sondern als autarke Gemeinschaft.
- Das rosa Rathaus: Ein historisches Kuriosum war das Odenkirchener Rathaus, das zeitweise in einem markanten Rosa gestrichen war – ein Anblick, der bis heute in lokalen Erzählungen für Schmunzeln sorgt.
- Der Tiergarten: Der Odenkirchener Tiergarten ist einer der ältesten seiner Art in der Region und fest in der lokalen Identität verankert, oft Schauplatz für Anekdoten über ausgebüxte Bewohner oder skurrile Patenschaften.
Giesenkirchen und die Niers
Die Stadtteile im Südosten sind eng mit der Niers verbunden, die dort früher eine wichtige Rolle für die Textilindustrie spielte.
Was die Niers flüstert: Es gibt eine ganze Sammlung von Erzählungen unter dem Titel „Was die Niers uns flüstert“, die sich mit den skurrilen Begebenheiten entlang des Flusses befassen, von Geistererscheinungen bis hin zu kuriosen Funden im Flussbett.
Quartiersgeflüster: Viele Geschichten aus Giesenkirchen drehen sich um das alte Handwerk und die kleinen „Dönekes“ (Anekdoten) aus den Arbeiterquartieren, die oft in lokalen Initiativen wie dem „Quartiersgeflüster“ gesammelt werden.
