Mönchengladbach ist seit der Kommunalreform von 2009 in vier Stadtbezirke unterteilt. Diese gliedern sich wiederum in insgesamt 44 Stadtteile.
Übersichtskarte der vier Stadtbezirken von Mönchengladbach

Hinweis: Neben den offiziellen Stadtteilen gibt es zahlreiche kleinere Honnschaften und Weiler (z. B. Mennrath, Genhülsen oder Günhoven), die verwaltungstechnisch den größeren Stadtteilen (wie Rheindahlen-Land) zugeordnet sind. < Info der Stadt Mönchengladbach
Stadtbezirk Nord
Der Stadtbezirk Nord bildet das historische und wirtschaftliche Herz von Mönchengladbach. Er umfasst das ursprüngliche Stadtgebiet der ehemaligen Stadt Gladbach und ist geprägt durch eine Mischung aus ehrwürdiger Geschichte, industrieller Tradition und modernen Kulturzentren.
Kerngebiete und Stadtteile
Der Bezirk Nord besteht aus den folgenden wesentlichen Stadtteilen:
Dahl & Waldhausen: Historische Arbeiter- und Handwerkerviertel.
Gladbach (Stadtmitte): Hier befindet sich die Keimzelle der Stadt rund um den Abteiberg.
Eicken: Bekannt als das „Gründerzeitviertel“ mit vielen denkmalgeschützten Fassaden.
Windberg: Ein beliebtes Wohnviertel, das historisch durch das ehemalige Kloster geprägt ist.
Venn: Ein ländlicher geprägter Stadtteil am westlichen Rand des Bezirks.
Hardt: Bekannt durch den Hardter Wald, ein wichtiges Naherholungsgebiet.
Historische Besonderheiten
Die Geschichte des Bezirks Nord ist untrennbar mit der Entwicklung der gesamten Stadt verbunden:
- Benediktinerabtei St. Vitus: Die Gründung der Stadt geht auf das im 10. Jahrhundert gegründete Kloster auf dem Abteiberg zurück. Das Münster St. Vitus ist heute das bedeutendste Baudenkmal.
- Textilindustrie: Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Gladbach zum „Rheinischen Manchester“. Vor allem in Eicken und Dahl zeugen heute noch alte Fabrikgebäude und prächtige Unternehmervillen von dieser Ära.
- Gründerzeitviertel Eicken: Eicken ist besonders für seine architektonisch wertvollen Straßenzüge aus der Zeit um 1900 bekannt, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten blieben.
- Fußballhistorie: Der Stadtteil Eicken gilt als die Wiege von Borussia Mönchengladbach, da der Verein dort im Jahr 1900 gegründet wurde. Der legendäre Bökelberg befand sich ebenfalls in diesem Bezirk.
Kulturelle Highlights
Hindenburgstraße: Die zentrale Einkaufsmeile der Stadt, die den Hauptbahnhof mit dem Alten Markt verbindet.
Museum Abteiberg: Ein international renommiertes Museum für zeitgenössische Kunst, dessen Architektur von Hans Hollein selbst ein Kunstwerk ist.
Alter Markt & Kapuzinerplatz: Das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens mit regelmäßigen Wochenmärkten und dem Altstadtrundweg, der die wichtigsten historischen Stationen verbindet.
Altstadt von Mönchengladbach
Die Altstadt von Mönchengladbach gehört verwaltungstechnisch zum Stadtteil Gladbach innerhalb des Stadtbezirks Nord. Sie bildet das historische Zentrum und den „Kern“ der ehemaligen Stadt München-Gladbach, lange bevor diese mit Rheydt fusionierte.
Was die Altstadt ausmacht
Die Altstadt erstreckt sich rund um den Abteiberg und den Alten Markt. Sie ist ein Ort der Gegensätze, an dem jahrhundertealte Geschichte auf ein lebendiges Nachtleben trifft.
- Der Alte Markt & Kapuzinerplatz: Dies ist das soziale Herzstück. Hier finden regelmäßige Wochenmärkte statt, und zahlreiche Straßencafés prägen das Bild. Markante Kunstwerke wie der „quadratisch-runde“ Brunnen von Erwin Heerich und eine Skulptur von Heinz Mack zieren die Plätze.
- Waldhausener Straße: Bekannt als die „Party-Meile“ der Stadt. Die Straße zweigt vom Alten Markt ab und beherbergt eine hohe Dichte an Kneipen, Bars und Clubs, was sie besonders an Wochenenden zum Anziehungspunkt für Nachtschwärmer macht.
- Historische Wurzeln: In der Altstadt finden sich noch Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer, etwa im nahegelegenen Geropark. Die Lage auf dem Hügel wurde ursprünglich durch die Befestigungsanlagen und drei Stadttore bestimmt.
- Kulturelle Meile: Durch ihre Lage verbindet die Altstadt das moderne Museum Abteiberg mit dem historischen Münster St. Vitus, der Keimzelle der Stadt.
Tradition und Wandel
Die Altstadt hat sich in den letzten Jahren von einer reinen Vergnügungsmeile hin zu einem Szene-Viertel gewandelt, das auch verstärkt auf Kultur und Initiativen aus der Bürgerschaft setzt. Dennoch bleibt sie tief mit der Fußballtradition verwurzelt: Viele Kneipen, wie etwa das BrauHaus MaNaMaNa, sind feste Anlaufpunkte für Fans von Borussia Mönchengladbach.
In der Mönchengladbacher Altstadt, insbesondere rund um die Waldhausener Straße, vermischen sich historische Fakten mit dem „Mythos Borussia“ zu kuriosen Anekdoten.
Hier sind einige der bekanntesten Geschichten:
Günter Netzer und das „Lovers’ Lane“
Die wohl berühmteste Anekdote der Altstadt spielt in den frühen 1970ern.
- Der Club: Günter Netzer eröffnete 1971 gemeinsam mit seiner damaligen Freundin die Diskothek „Lovers’ Lane“ in der Waldhausener Straße 55.
- Vom Friseur zum Hotspot: Das Gebäude war zuvor ein einfacher Friseursalon.
- Die Legende: Es heißt, Netzer habe dort oft bis spät in die Nacht selbst hinter der Bar gestanden oder Platten aufgelegt – und das, obwohl er am nächsten Tag Training bei Hennes Weisweiler hatte. Es wird berichtet, Netzer sei von Montag bis Donnerstag oft „verletzt“ gewesen, um sein Nachtleben und das Geschäft zu pflegen, stand aber pünktlich zum Spieltag in Topform auf dem Platz.
Die Wiege der Borussia in Eicken
Auch wenn die heutige Altstadt das Partyzentrum ist, liegt die „historische“ Altstadt der Borussia gleich nebenan in Eicken:
Der Bökelberg-Mythos: Der legendäre Bökelberg, der bis 2004 die Heimstätte war, liegt nur einen Steinwurf von der Altstadt entfernt. Fans pilgerten jahrzehntelang vor und nach den Spielen durch die Altstadtgassen – ein Ritual, das die Kneipenkultur dort massiv prägte.
Gründung im Gasthof: Die Borussia wurde am 1. August 1900 in der Gaststätte „Anton Schmitz“ auf der Eickener Straße gegründet.
