Schloss Wickrath in Mönchengladbach ist eine bedeutende barocke Wasserschlossanlage an der Niers, die besonders durch ihre enge Verbindung zur Pferdezucht und ihre einzigartige Parkgestaltung bekannt ist.
Historische Entwicklung
- Mittelalterliche Ursprünge: Eine Burg in Wickrath wurde erstmals 1068 erwähnt. Über die Jahrhunderte wechselten die Besitzer von den Herren von Wickrath zu den Herren von Broichhausen und Hompesch, bis die Anlage 1502 an die Herren von Quadt fiel.
- Barocker Neubau (1746–1772): Das heutige Ensemble wurde im Auftrag von Reichsgraf Wilhelm Otto Friedrich von Quadt errichtet. Es entstand eine achsensymmetrische Anlage nach französischem Vorbild. Als Architekt wird oft Johann Joseph Couven genannt.
- Französische Besatzung & Napoleon: 1794 besetzten französische Truppen die Region. Napoleon Bonaparte erkannte die Eignung der Anlage für die Pferdezucht und richtete dort 1806 ein Hengstdepot ein.
- Preußische Zeit: Nach 1815 wurde Wickrath preußisch und das Schloss diente als Landgestüt, bis dieses später nach Warendorf verlegt wurde.

Architektur und Park
Die Anlage besteht aus einer Vorburg und einem (im 19. Jahrhundert weitgehend abgetragenen) Hochschloss. Eine Besonderheit ist der 19 Hektar große Schlosspark, dessen Alleen in Form einer Grafenkrone angelegt sind. Seit 1985 steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.
Heutige Nutzung
Zur Landesgartenschau 2002 wurde die Anlage umfassend saniert. Heute beherbergt sie:
- Das Rheinische Pferdestammbuch, das an seinen Gründungsort zurückgekehrt ist.
- Den Nassauer Stall als Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen des Heimatvereins Wickrath.
- Ein Restaurant sowie weitläufige Wege für Erholungssuchende.


