Rheydts wirtschaftliche Identität hat sich von einem weltweiten Zentrum der Textilproduktion zu einem modernen Standort für Dienstleistungen und Spezialtechnologien entwickelt.
1. Die Ära des „Rheinischen Manchesters“
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Rheydt, zusammen mit Mönchengladbach, ein bedeutendes Zentrum der Textil- und Bekleidungsindustrie.
- Wachstum: Die Industrialisierung ersetzte traditionelle Hauswebereien durch große Fabriken wie Achter & Ebels.
- Vielfalt: Neben der Weberei florierten Firmen wie Julius Katzenstein & Co. im Bereich der Bekleidung.
- Zerstörung: Der Zweite Weltkrieg, insbesondere der schwere Luftangriff im August 1943, traf die industrielle Infrastruktur schwer.
2. Strukturwandel und Neugliederung
Nach dem Wiederaufbau folgte ab den 1970er Jahren ein tiefgreifender Umbruch.
- Kommunale Neugliederung: 1975 verlor Rheydt seine Selbstständigkeit und wurde Teil von Mönchengladbach.
- Niedergang der Textilindustrie: Die zunehmende Globalisierung führte zum Schließen vieler Traditionsbetriebe, was Rheydt zur Suche nach neuen Nutzungen für Industriebrachen zwang.
3. Handel im Wandel: Vom Warenhaus zur Transformation
Der Einzelhandel, einst stolzes Herz der Innenstadt, steht heute vor großen Herausforderungen.
- Warenhauskultur: Das Schicksal des Karstadt-Gebäudes symbolisiert diesen Wandel – vom einstigen Konsumtempel hin zu neuen Nutzungskonzepten wie der „Textilfabrik 7.0“ oder Gründungszentren.
- Stadtentwicklung: Projekte wie das Innenstadtkonzept Rheydt und die Initiative „Schauzeit“ versuchen, Leerstände durch kulturelle und innovative Impulse zu füllen.
4. Heutiges Profil
Heute prägen spezialisierter Maschinenbau und moderne Dienstleister das Bild:
- Maschinenbau: Unternehmen wie Trützschler (Spezialist für Textilmaschinen) führen die industrielle Tradition technologisch fort.
- Innovative Standorte: Ehemalige Industrieflächen wie das Lankes-Gelände werden für neue städtebauliche Impulse überplant.

