Die Entwicklung der Polizei in Mönchengladbach spiegelt den Wandel von einer preußisch geprägten Ordnungsmacht, hin zu einer modernen und bürgernahen Dienstleistungsbehörde wieder.

19. Jahrhundert: Preußische Anfänge und Gendarmerie
Im 19. Jahrhundert war das heutige Mönchengladbach (damals noch Gladbach) Teil der preußischen Rheinprovinz. Die polizeilichen Aufgaben waren militärisch geprägt:
- Struktur: Die öffentliche Sicherheit wurde durch die Gendarmerie gewährleistet, die ursprünglich als Teil der Armee fungierte.
- Herausforderungen: Es gab nur wenige Polizeiwachen. Da Telekommunikation fehlte, mussten Bürger Beamte oft mühsam zu Fuß oder zu Pferd suchen.
- Wachstum: Mit der industriellen Entwicklung und der Erhebung zur kreisfreien Stadt (1888) stieg der Bedarf an einer strukturierten Stadtpolizei.
Weimarer Republik und NS-Zeit: Politisierung und Terror
- Demokratische Phase: Nach dem Ersten Weltkrieg und der belgischen Besatzung wurde die Polizei neu organisiert. Ein bedeutender Akteur war Jakob Isenrath, der von 1927 bis 1933 Polizeipräsident war und sich offen gegen die Nationalsozialisten positionierte (er drohte Hitler 1932 sogar mit der Einweisung in eine Irrenanstalt).
- NS-Diktatur (1933–1945): Mit der Machtübernahme der NSDAP wurde Isenrath abgesetzt. Die Polizei wurde zentralisiert und unterstand als Teil des NS-Apparats der SS-Führung. Das Polizeipräsidium an der Theodor-Heuss-Straße wurde in dieser Zeit (fertiggestellt ca. 1942) zum Ort des Terrors und der Verfolgung.
Nachkriegszeit bis Heute: Demokratisierung und Modernisierung
- Neuordnung: Nach 1945 wurde die Polizei unter britischer Besatzung entnazifiziert. 1953 erfolgte die Eingliederung der Kommunalpolizei in die neu geschaffene Polizei Nordrhein-Westfalen.
- Wandel der Aufgaben: In den 1970er Jahren war die Behörde erstmals mit linksterroristischen Anschlägen konfrontiert (z. B. auf das britische Hauptquartier 1977). Gleichzeitig entstanden neue Ansätze wie die mobile Polizei-Puppenbühne zur Verkehrserziehung.
- Aktueller Status: Heute ist das Polizeipräsidium Mönchengladbach eine moderne Kreispolizeibehörde mit rund 840 Beschäftigten. Das alte Präsidialgebäude an der Theodor-Heuss-Straße wird zum „Wissenscampus“ umgestaltet, während die Polizei in modernen Strukturen agiert.


