Der Marienplatz und die dazugehörige Kirche St. Marien bilden das Herzstück des Mönchengladbacher Stadtteils Rheydt. Während der Platz heute ein zentraler Verkehrsknotenpunkt ist, blickt die Kirche auf eine wechselvolle Architekturgeschichte zurück.
St. Marien
Die Kirche St. Marien in Rheydt ist ein bedeutendes religiöses und architektonisches Wahrzeichen in Mönchengladbach, dessen Geschichte von neugotischem Glanz, Zerstörung und modernem Wiederaufbau geprägt ist.
Die neugotischen Anfänge
Die Geschichte des heutigen Kirchenbaus begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Nachdem ein hölzerner Vorgängerbau nicht mehr ausreichte, wurde der renommierte Architekt Vinzenz Statz mit dem Entwurf einer neuen Steinkirche beauftragt.
Baugeschichte: Der Grundstein für den ursprünglichen Entwurf von Vinzenz Statz wurde am 3. August 1853 gelegt. In den 1880er Jahren folgte eine Erweiterung.
Weihe: Nach dreijähriger Bauzeit fand am 21. September 1856 die feierliche Weihe statt.
Architektur: Statz entwarf eine dreischiffige Backsteinbasilika mit einem breiten Querschiff und einem fünfgeschossigen Westturm.
Erweiterung: Aufgrund der wachsenden Gemeinde wurde die Kirche bereits 1884, ebenfalls nach Plänen von Statz, erweitert
Zerstörung und Wiederaufbau: Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche am 31. August 1943 fast vollständig zerstört; lediglich der Turm blieb erhalten. In den Jahren 1960 bis 1962 wurde sie nach Plänen des Architekten Alfons Leitl modern umgebaut.
Architektur & Ausstattung: Es handelt sich um eine dreischiffige Backsteinbasilika mit einem fünfgeschossigen Westturm.
Besonderheiten: Die Kirche verfügt über eine Buntverglasung und eine 1962 erbaute Orgel des Orgelbauers Walker mit 45 Registern.
Kapazität: Das Gebäude bietet Platz für etwa 900 Sitz- und 900 Stehplätze.
Moderne Sanierung
Moderne Sanierungen und heutiges Erscheinungsbild
In der jüngeren Vergangenheit wurde das Kircheninnere erneut grundlegend umgestaltet, um dem Raum mehr „Leichtigkeit“ zu verleihen.
Renovierung 2008/2009: Unter der Leitung des Architekten Dr. Burkhard Schrammen wurde der Innenraum modernisiert.
Besonderheiten: Ein Highlight der Neugestaltung ist der Chorraum und der Altar aus weißem Carrara-Marmor. Durch weiß getünchte Wände kommen die Kirchenfenster heute besonders stark zur Geltung.
Ausstattung: Die Kirche verfügt heute über eine Orgel der Firma Walcker aus dem Jahr 1962 mit 45 Registern sowie vier Glocken, von denen die ältesten noch aus dem Gründungsjahr 1855 stammen.
Heute präsentiert sich St. Marien als ein Ort, der die historische neugotische Substanz mit klarer, moderner Architektur verbindet und so ein einladendes, festliches Zentrum im Herzen von Rheydt bildet.
Lage: Odenkirchener Str. 5, 41236 Mönchengladbach

Marienplatz
Der Marienplatz ist der belebteste Punkt in Rheydt und dient als wichtiges Bindeglied im Stadtteil.
Verkehrsknotenpunkt: Er ist der zentrale Umsteigepunkt für zahlreiche Buslinien (z.B. Linien 1, 2, 14, 19, 24). Täglich überqueren hier mehr Menschen die Straße als an jedem anderen Ort im Stadtteil.
Funktion: Neben seiner Bedeutung für den Nahverkehr ist der Platz ein Tor zur Rheydter Fußgängerzone und ein wichtiger Ort für den lokalen Einzelhandel.
Spitzname: Ein bekannter Treffpunkt am Platz wird im Volksmund oft als „Kuchenteller“ bezeichnet.
Der Marienplatz in Rheydt steht seit Jahren aufgrund von Kriminalität, Drogenproblemen und städtebaulichen Mängeln in der Kritik und wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft als „Angstraum“ bezeichnet.
Kriminalität und Sicherheit
Der Platz gilt als einer der kriminalitätsbelasteten Orte in Mönchengladbach.
Polizeipräsenz: Um das Sicherheitsgefühl zu verbessern, führt die Polizei sowohl offene Präsenzstreifen als auch verdeckte Einsätze durch.
Hohe Deliktzahlen: Laut Berichten der RP Online wurden am Marienplatz zeitweise über 1.000 Straftaten pro Jahr registriert.
Drogenszene: Der Bereich ist ein bekannter Treffpunkt der offenen Drogenszene, was regelmäßig polizeiliche Analysen und Einsätze nach sich zieht.
Städtebauliches Erscheinungsbild
Neben der sozialen Problematik leidet die Aufenthaltsqualität unter der baulichen Situation.
Vernachlässigung: Das Stadtbild am und um den Marienplatz wirkt oft vernachlässigt und strahlt laut Expertenberichten wenig innerstädtische Atmosphäre aus.
Leerstand: Zunehmende Leerstände in den angrenzenden Ladenlokalen verstärken den Eindruck des Funktionsverlusts der Rheydter Innenstadt.
Infrastruktur in der Kritik: Selbst Erneuerungsversuche, wie die Installation neuer Leuchten, stießen in der Vergangenheit auf Kritik von Anwohnern und Besuchern.
Gegenmaßnahmen
Die Stadt Mönchengladbach versucht durch das Programm „Soziale Stadt Rheydt“ seit 2010 eine nachhaltige Aufwärtsentwicklung einzuleiten. Ziel ist es, städtebauliche Missstände zu beheben und die soziale Integration im Quartier zu fördern.
