Der Katastrophenschutz in Mönchengladbach ist ein komplexes, eng verzahntes System aus städtischen Behörden, professionellen Einsatzkräften und einer starken ehrenamtlichen Basis. Als kreisfreie Stadt fungiert Mönchengladbach als untere Katastrophenschutzbehörde und trägt die Verantwortung für die Einsatzplanung und Koordination bei Großeinsatzlagen, die über das tägliche Einsatz Geschehen hinausgehen.
Das Ehrenamt ist das unverzichtbare Rückgrat des deutschen Katastrophenschutzes, da rund 90 Prozent der Einsatzkräfte freiwillig tätig sind und ohne dieses zivilgesellschaftliche Engagement der Schutz der Bevölkerung im Krisenfall schlichtweg nicht flächendeckend leistbar wäre.
Behörden und staatliche Organisationen
- Feuerwehr Mönchengladbach: Als federführende Behörde koordiniert sie den Zivil- und Katastrophenschutz. Informationen finden sich im Service-Portal der Stadt Mönchengladbach.
- Technisches Hilfswerk (THW): Der Ortsverband Mönchengladbach unterstützt bei technischer Hilfeleistung und Bergung. Website: ov-moenchengladbach.thw.de.
Hilfsorganisationen (HiOrgs)
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Der Kreisverband Mönchengladbach stellt Einsatzeinheiten für Sanität und Betreuung. Website: drk-mg.de.
- Arbeiter-Samariter-Bund (ASB): Der Regionalverband Niederrhein wirkt mit Fachdiensten im Katastrophenschutz mit. Website: asb-niederrhein.de.
- Malteser Hilfsdienst (MHD): Engagiert sich lokal im Rettungs- und Sanitätsdienst. Website: malteser-moenchengladbach.de.
- Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH): Regionalverband Niederrhein, aktiv in der Gefahrenabwehr. Website: johanniter.de/niederrhein.
- Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Zuständig für die Wasserrettung im Stadtgebiet. Website: moenchengladbach.dlrg.de.
1. Organisatorischer Aufbau und Führung
Die zentrale Steuerung obliegt dem Fachbereich Feuerwehr (37) der Stadtverwaltung. Innerhalb dieses Fachbereichs ist die Abteilung 37-6 (Einsatzvorbereitung, Zivil- und Katastrophenschutz) speziell für die strategische Planung und Vorbereitung zuständig.

Krisenstab: Bei einer Katastrophe tritt ein Krisenstab zusammen, der die politisch-administrative Führung übernimmt.
Einsatzleitung: Die operative Führung vor Ort wird durch die Berufsfeuerwehr Mönchengladbach sichergestellt, unterstützt durch spezialisierte Führungsgruppen wie die IuK-Gruppe (Information und Kommunikation)
2. Die tragenden Säulen der Einsatzkräfte
Das System basiert auf der Zusammenarbeit verschiedener Organisationen, die jeweils spezifische Fachbereiche abdecken:
Technisches Hilfswerk (THW): Der Ortsverband Mönchengladbach stellt als Bundesbehörde schwere technische Ausrüstung und Fachwissen für Bergung und Infrastruktur bereit.

Feuerwehr Mönchengladbach: Sie bildet mit der Berufsfeuerwehr und den Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr das Rückgrat der technischen Hilfe und Brandbekämpfung.
Hilfsorganisationen: Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst stellen die Einsatzeinheiten NRW. Diese sind auf Sanitätsdienst, Betreuung und Verpflegung spezialisiert.
3. Spezialisierte Einheiten und Fachgruppen
Für besondere Gefahrenlagen hält die Stadt dedizierte Sondereinsatzgruppen (SEG) bereit:
IuK-Gruppe: Erweitert die Einsatzleitung um digitale und funktechnische Unterstützung bei komplexen Lagen.
SEG ABC/CBRN: Zuständig für Einsätze mit chemischen, biologischen oder radiologischen Gefahrstoffen.
Wasserrettung: Oft in Kooperation mit Organisationen wie der DLRG zur Rettung aus Gewässern oder bei Hochwasserlagen.
4. Aktuelle Entwicklungen und Vorsorge
Um auf moderne Bedrohungen wie Pandemien, Blackouts oder Extremwetter zu reagieren, modernisiert die Stadt stetig ihre Konzepte:
Warnsysteme: Die Bevölkerung wird über ein Netz aus Sirenen sowie digitale Warn-Apps (wie NINA) und Cell Broadcast gewarnt.
Zentrales Katastrophenschutzlager: Derzeit plant die Stadt die Errichtung eines zentralen Lagers, um Material wie Betten, Decken und Notfallverpflegung effizient vorzuhalten.
Bedarfsplanung: Ein neuer Brandschutzbedarfsplan (Stand 2026) regelt die notwendige personelle und materielle Ausstattung, um auch für Katastrophenszenarien gerüstet zu sein.
Katastrophenschutz in Mönchengladbach
In Mönchengladbach wird der Katastrophenschutz immer dann aktiv, wenn Schadenslagen das Maß der täglichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr und Rettungsdienst) übersteigen. Zuletzt und historisch bedeutsam waren folgende Einsätze:
Hochwasserkatastrophe 2021: Im Juli 2021 waren Einheiten des Katastrophenschutzes aus Mönchengladbach (darunter Feuerwehr und THW) massiv im Einsatz, sowohl im eigenen Stadtgebiet als auch zur überörtlichen Hilfe in schwer getroffenen Regionen wie dem Kreis Heinsberg oder dem Ahrtal.
Starkregenereignisse 2024/2025: Bei extremen Regenfällen im September 2025 unterstützten sich die Feuerwehren der Region gegenseitig, um Überflutungen im Stadtgebiet zu bekämpfen.
Corona-Pandemie: Während der Pandemie war der Katastrophenschutz (insbesondere Hilfsorganisationen wie DRK, ASB, Johanniter und Malteser) in die Logistik, den Aufbau von Testzentren und die Impfstoffverteilung eingebunden.
Flüchtlingshilfe: Bei der Aufnahme von Schutzsuchenden, etwa aus der Ukraine seit 2022, werden Katastrophenschutzeinheiten zur Errichtung und zum Betrieb von Notunterkünften aktiviert.
Bombenentschärfungen: Regelmäßig werden Evakuierungen durch den Katastrophenschutz und die Einsatzeinheiten des DRK Mönchengladbach durchgeführt, wenn Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Katastrophenschutz in Mönchengladbach ein hochgradig arbeitsteiliges System ist, das durch die enge Kooperation von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Kräften eine umfassende Gefahrenabwehr für die Bevölkerung gewährleistet.
