Karneval in Rheydt

Der Karneval in Rheydt ist geprägt von einer über 125-jährigen organisierten Tradition, die tief in der lokalen Identität verwurzelt ist. Während der Rheydter Karneval heute unter dem Dach des Mönchengladbacher Karnevals Verbands (MKV) stattfindet, bewahrt er sich bis heute eigenständige Bräuche und eine starke Vereinslandschaft. 

Meilensteine der Rheydter Karnevalsgeschichte

  • Gründungsphase (Ende 19. Jhd.): Die organisierte Karnevalskultur in Rheydt festigte sich um die Jahrhundertwende. Eine der ältesten und prägendsten Gesellschaften ist die KG Schwarz-Gold Rheydt, die bereits im Jahr 1899 gegründet wurde.
  • Wiederaufbau & Kontinuität: Nach den Weltkriegen erlebte der Karneval eine Renaissance. Viele Traditionsvereine wie die Große Rheydter Prinzengarde entwickelten sich zu zentralen Säulen des gesellschaftlichen Lebens.
  • Bewahrung der Geschichte: Zur Sicherung des Brauchtums wurde vor über 50 Jahren das Karnevalsmuseum im Alten Zeughaus an der Weiherstraße ins Leben gerufen, das Exponate und Dokumente der regionalen Winterbräuche bewahrt.
  • Kommunale Neugliederung (1975): Trotz der Verschmelzung von Rheydt und Mönchengladbach zur heutigen Großstadt blieb der Karneval in Rheydt eigenständig genug, um spezifische Formate wie den eigenen Rosenmontagszug in der Rheydter Innenstadt beizubehalten. 

Typische Rheydter Traditionen

  • Rosenmontag in Rheydt: Ein lokaler Höhepunkt ist der Rosenmontagsumzug, der traditionell ab 11:00 Uhr vom Marienplatz zum Rheydter Marktplatz zieht – separat vom großen Veilchendienstagszug in Mönchengladbach.
  • Altweiber: Das Spektakel auf dem Rheydter Marktplatz mit dem traditionellen Rathaussturm gilt als einer der wichtigsten Termine für die lokalen Jecken.
  • Spezielle Rufe: Während in der Region oft „Halt Pohl“ dominiert, nutzen einzelne Rheydter Vereine wie die KG Blau-Weiß Eisenbahner den spezifischen Schlachtruf „Puff, Puff, Puffer“