Römerzeit
In Mönchengladbach gibt es heute kaum direkt sichtbare oberirdische Relikte aus der Römerzeit im Stadtbild. Die meisten Funde sind unter der Erdoberfläche verborgen oder befinden sich in Museen. In der Stadt selbst weisen oft nur noch Straßennamen oder Informationstafeln auf die römische Vergangenheit hin, da die Siedlungsreste in der Regel nach den Ausgrabungen zum Schutz wieder verfüllt oder überbaut wurden. Obwohl keine Ruinen (wie etwa in Trier oder Xanten, aber auch im benachbarten Neuss) im Freien stehen, ist das Stadtgebiet reich an antiken Spuren:
- Vicus Mülfort: Im Stadtteil Mülfort befand sich ab etwa 20 v. Chr. eine bedeutende römische Siedlung (Vicus) an einer Straßenkreuzung. Dort wurden unter anderem Töpferöfen und Nekropolen (Gräberfelder) ausgegraben. Sichtbar sind diese heute jedoch meist nur noch als eingetragene Bodendenkmäler unter der Erde.
- Abteiberg: Geologen vermuten unter dem Abteiberg Reste eines römischen Tempels. Der gesamte Berg ist als Bodendenkmal klassifiziert, um die im Boden verborgenen historischen Schichten zu schützen.
- Münzschatz von Rheindahlen: Auf einem Acker in Rheindahlen wurde ein bedeutender römischer Münzschatz mit über 1.200 Geldstücken aus der späten Römerzeit entdeckt.
- Museum Schloss Rheydt: Das städtische Museum beherbergt archäologische Funde der Region, darunter auch Objekte aus der Antike.
- LVR-Amt für Bodendenkmalpflege: Viele Funde aus Mönchengladbacher Grabungen (wie die aus Mülfort oder Geneicken) werden wissenschaftlich dokumentiert und teilweise in Ausstellungen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) gezeigt.
Mittelalter
Im Gegensatz zur Römerzeit sind aus dem Mittelalter in Mönchengladbach beeindruckende Bauwerke und Ruinen direkt im Stadtbild sichtbar. Besonders der Abteiberg bewahrt das Erbe der Benediktinerabtei, die im 10. Jahrhundert gegründet wurde.
Top 3 sichtbare mittelalterliche Relikte
- Münster St. Vitus: Das markanteste Wahrzeichen der Stadt thront auf dem Abteiberg. Die Krypta stammt bereits aus dem 11. Jahrhundert, während die berühmte hochgotische Chorhalle 1275 geweiht wurde. Im Inneren finden sich mittelalterliche Kunstwerke wie ein tragbarer Altar aus dem 12. Jahrhundert.
- Stadtmauer & Kampenturm: Im Geropark am Fuße des Abteibergs sind Reste der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung erhalten. Zu sehen ist ein etwa 50 Meter langes Mauerstück mit Schießscharten sowie der Kampenturm, ein hufeisenförmiger Schalenturm aus dem frühen 15. Jahrhundert.
- Schloss Rheydt: Auch wenn das heutige Schloss primär als bedeutendes Renaissance-Denkmal gilt, basieren Teile der Anlage auf einer mittelalterlichen Wasserburg.
Weitere Spuren
- Altstadt-Layout: Die Wegeführung rund um den Marktplatz folgt noch heute dem Verlauf des historischen Mauerrings mit seinen ehemals drei Stadttoren.
- Archäologische Funde: In den Außenbezirken wie Wanlo wurden Reste hochmittelalterlicher Hofstellen (10.–13. Jahrhundert) dokumentiert.

