Der Flugplatz Mönchengladbach (MGL), heute als Verkehrslandeplatz Mönchengladbach (MGL, ICAO: EDLN) bekannt, blickt auf eine über 70-jährige Geschichte zurück, die bis in die Nachkriegszeit zurückreicht und eng mit der Entwicklung der zivilen Luftfahrt in Nordrhein‑Westfalen verbunden ist. Eine Geschichte die von einem rasanten Aufstieg zum Verkehrsflughafen bis hin zur heutigen spezialisierten Rolle als Innovationsstandort reicht.,
Frühe Vorgeschichte und Kriegszeit
Die Anfänge in der Nachkriegszeit
Die Geschichte des heutigen Verkehrslandeplatzes begann im April 1956. Damals wurde das Gelände offiziell eröffnet, wobei die Anfänge – wie bei vielen regionalen Flugplätzen dieser Zeit – eng mit der Entwicklung der zivilen Luftfahrt im Nachkriegsdeutschland verknüpft waren. In den ersten Jahren prägten vor allem die Privatfliegerei und der Schulungsbetrieb das Bild am Standort.
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Mönchengladbach einen ersten Flugplatz im Westen der Stadt, der bis 1945 genutzt wurde; heute befindet sich dort der Nordpark. Nach 1945 wurde das spätere Gelände des heutigen Flugplatzes zunächst als Abfallsammelplatz und Trümmerablagestelle genutzt; später entstanden dort ein Modellflugplatz und ein Fallschirmspringergelände.

Flugplatz, Trabrennbahn 1985
Entstehung des heutigen Fluglandeplatzes
Das Segelfluggelände Mönchengladbach entstand 1955 als kleiner Segelflugplatz mit einer Grasbahn. Am 22. April 1956 wurde der neue Flugplatz an der Niers offiziell eröffnet, nachdem die Berechtigung zum Motorflug erteilt worden war; damals gab es eine einfache Baubaracke, Zelte, einen Windsack und eine provisorische Startbahn aus Gitterwerk.
Ausbau und Bedeutung ab den 1960er Jahren
In den folgenden Jahren wurde der Platz kontinuierlich ausgebaut: Es entstanden ein Hangar, ein Kontrollturm und ein Passagiergebäude, ab 1970 begann der Bau der heute rund 1.200 Meter langen Start‑ und Landebahn, die 1973 fertiggestellt wurde. Der Flugplatz entwickelte sich zu einem wichtigen Standort für Flugschulen, Wartungsbetriebe und Luftfahrtunternehmen, unter anderem zog die Rhein‑Flugzeugbau GmbH (RFB) auf das Gelände.
Aufstieg und historischer Höchststand
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Platz stetig weiter. Ein bedeutender Meilenstein war das Jahr 1975, in dem der Flughafen mit 88.088 Flugbewegungen seinen historischen Höchststand verzeichnete. Zu dieser Zeit gab es Ambitionen, den Standort als Drehkreuz und ernstzunehmende Alternative für den Regionalverkehr zu etablieren. In der Folgezeit wurde er oft als „Flughafen Düsseldorf Mönchengladbach“ vermarktet, um die Nähe zur Landeshauptstadt zu betonen.
Der Wandel zum spezialisierten Verkehrslandeplatz
Linienflugverkehr und heutige Rolle
In den 1990er Jahren erhielt der Verkehrslandeplatz die Instrumentenfluggenehmigung, was die Einrichtung einer Kontrollzone ermöglichte. 1993/1994 übernahm die Flughafen Düsseldorf GmbH einen Großteil der Anteile, um Mönchengladbach als Regionalflughafen zu nutzen; am 1. April 1996 startete der Linienflugverkehr, der aber später wieder eingestellt wurde. Heute ist der Verkehrslandeplatz vor allem ein Zentrum für allgemeine Luftfahrt, Flugschulen und Luftfahrtwirtschaft und gilt als Wirtschafts‑ und Innovationsmotor für Mönchengladbach.
Der Platz wird offiziell als Verkehrslandeplatz Mönchengladbach geführt. Da die Start- und Landebahn für modernen Charterverkehr mit großen Jets in der Regel zu kurz ist, hat sich der Fokus verschoben:
- General Aviation: Er ist heute einer der wichtigsten deutschen Standorte für die allgemeine Luftfahrt.
- Wartungszentrum: Mit vier ansässigen Werften fungiert er als zentrale „Boxengasse“ für die Wartung und Instandsetzung von Kleinflugzeugen in Europa.
- Ausbildung: Sechs Flugschulen bilden am Standort Piloten aus – von der Privat- bis zur Berufspilotenlizenz.
Blick in die Zukunft: Innovationsstandort
In den letzten Jahren hat sich Mönchengladbach als Testfeld für neue Technologien positioniert. Im Rahmen von Forschungsprojekten wie SkyCab werden hier Konzepte für elektrisch betriebene Flugtaxis und Drohnen erprobt. Der Flughafen strebt an, ein Vorreiter für nachhaltige Antriebe wie Wasserstoff und Elektrofliegerei zu werden.
Ergänzt wird der Standort durch den Hugo Junkers Hangar, der nicht nur ein Denkmal für die Luftfahrtgeschichte setzt, sondern auch als Eventlocation dient. So hat sich der einstige Grasplatz zu einem modernen Wirtschaftsfaktor mit über 770 Arbeitsplätzen entwickelt.
Flugplatz Mönchengladbach
Zentrum für die Allgemeine Luftfahrt
Der MGL hat sich erfolgreich als Zentrum für die Allgemeine Luftfahrt und als wichtiger Wartungsstandort positioniert.
- „Boxengasse der Lüfte“: Mehrere Werften am Platz machen ihn zu einem europaweit bedeutenden Standort für die Flugzeuginstandhaltung.
- Hugo Junkers Hangar: Als Hommage an den in Rheydt geborenen Luftfahrtpionier Hugo Junkers beherbergt der Flughafen einen Event-Hangar mit einer der letzten flugfähigen Ju 52.
- Zukunftsprojekte: Der Platz fungiert als Reallabor für Mobilität der Zukunft, etwa durch Tests von Flugtaxis (SkyCab) und elektrischen Antrieben.
Der Flughafen feiert im Jahr 2026 sein 70-jähriges Bestehen mit einem großen Tag der offenen Tür.
