Flugplatz Mönchengladbach (MGL)

Der Mönchengladbacher Fluglandeplatz, heute als Verkehrslandeplatz Mönchengladbach (MGL, ICAO: EDLN) bekannt, hat eine Geschichte, die bis in die Nachkriegszeit zurückreicht und eng mit der Entwicklung der zivilen Luftfahrt in Nordrhein‑Westfalen verbunden ist.

Frühe Vorgeschichte und Kriegszeit

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Mönchengladbach einen ersten Flugplatz im Westen der Stadt, der bis 1945 genutzt wurde; heute befindet sich dort der Nordpark. Nach 1945 wurde das spätere Gelände des heutigen Flugplatzes zunächst als Abfallsammelplatz und Trümmerablagestelle genutzt; später entstanden dort ein Modellflugplatz und ein Fallschirmspringergelände.

Luftbild – Stadtarchiv Mönchengladbach
Flugplatz, Trabrennbahn 1985

Entstehung des heutigen Fluglandeplatzes

Das Segelfluggelände Mönchengladbach entstand 1955 als kleiner Segelflugplatz mit einer Grasbahn. Am 22. April 1956 wurde der neue Flugplatz an der Niers offiziell eröffnet, nachdem die Berechtigung zum Motorflug erteilt worden war; damals gab es eine einfache Baubaracke, Zelte, einen Windsack und eine provisorische Startbahn aus Gitterwerk.

Ausbau und Bedeutung ab den 1960er Jahren

In den folgenden Jahren wurde der Platz kontinuierlich ausgebaut: Es entstanden ein Hangar, ein Kontrollturm und ein Passagiergebäude, ab 1970 begann der Bau der heute rund 1.200 Meter langen Start‑ und Landebahn, die 1973 fertiggestellt wurde. Der Flugplatz entwickelte sich zu einem wichtigen Standort für Flugschulen, Wartungsbetriebe und Luftfahrtunternehmen, unter anderem zog die Rhein‑Flugzeugbau GmbH (RFB) auf das Gelände.

Linienflugverkehr und heutige Rolle

In den 1990er Jahren erhielt der Verkehrslandeplatz die Instrumentenfluggenehmigung, was die Einrichtung einer Kontrollzone ermöglichte. 1993/1994 übernahm die Flughafen Düsseldorf GmbH einen Großteil der Anteile, um Mönchengladbach als Regionalflughafen zu nutzen; am 1. April 1996 startete der Linienflugverkehr, der aber später wieder eingestellt wurde. Heute ist der Verkehrslandeplatz vor allem ein Zentrum für allgemeine Luftfahrt, Flugschulen und Luftfahrtwirtschaft und gilt als Wirtschafts‑ und Innovationsmotor für Mönchengladbach.

Heute hat sich der MGL erfolgreich als Zentrum für die Allgemeine Luftfahrt  und als wichtiger Wartungsstandort positioniert. 

  • „Boxengasse der Lüfte“: Mehrere Werften am Platz machen ihn zu einem europaweit bedeutenden Standort für die Flugzeuginstandhaltung.
  • Hugo Junkers Hangar: Als Hommage an den in Rheydt geborenen Luftfahrtpionier Hugo Junkers beherbergt der Flughafen einen Event-Hangar mit einer der letzten flugfähigen Ju 52.
  • Zukunftsprojekte: Der Platz fungiert als Reallabor für Mobilität der Zukunft, etwa durch Tests von Flugtaxis (SkyCab) und elektrischen Antrieben. 

Der Flughafen feiert im Jahr 2026 sein 70-jähriges Bestehen mit einem großen Tag der offenen Tür.