Die Stadt Mönchengladbach und der Fußballverein Borussia haben unterschiedliche Farben, da sie auf völlig unterschiedliche historische Ursprünge zurückgreifen.
Stadt Mönchengladbach

Die Stadtfarben
Diese Farben basieren auf dem historischen Stadtwappen, das zwei wesentliche Machtbereiche der Stadtgeschichte vereint:
- Gold (Gelb): Stammt vom Wappen der Herren von Bylandt. Die ehemalige Herrschaft Rheydt (heute Teil der Stadt) gehörte zu deren Einflussbereich. In ihrem Wappen findet sich ein schwarzes Kreuz auf goldenem Grund.
- Rot: Steht für den Heiligen Vitus (St. Vith), den Schutzpatron der Stadt. Die Abtei St. Vitus war das religiöse Zentrum. Rot symbolisiert in diesem Kontext oft das Märtyrertum des Heiligen oder die Verbindung zum Herzogtum Jülich (dessen Löwe ebenfalls rote Krallen/Zunge hat).
- Das aktuelle Stadtwappen kombiniert zudem Blau (für den Gladbach) und den Abtsstab der Benediktiner.

Stadtwappen
Das Wappen der Stadt Mönchengladbach ist ein heraldisches Kunstwerk, das die bewegte Fusionsgeschichte der Stadt sowie ihre tiefen religiösen und weltlichen Wurzeln widerspiegelt. In seiner heutigen Form wurde es nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 entworfen, bei der die Städte Mönchengladbach, Rheydt und die Gemeinde Wickrath zusammengeschlossen wurden.
Das heutige kombinierte Wappen vereint diese Elemente, um die Kontinuität der Geschichte zu wahren. Während die moderne Stadt oft mit dem Fußballverein Borussia Mönchengladbach und dessen berühmter Raute assoziiert wird, bleibt das offizielle Stadtwappen das hoheitliche Zeichen für die administrative Identität und die 1000-jährige Tradition als „Vitusstadt“.
Die heraldische Struktur
Das Wappen ist gespalten und zeigt im vorderen (linken) Teil sowie im hinteren (rechten) Teil unterschiedliche Symbole auf verschiedenen Hintergründen:
- Der Heilige Vitus (Vorderseite): In der heraldisch rechten Hälfte (aus Sicht des Betrachters links) steht auf rotem Grund die Gestalt des Heiligen Vitus. Er ist der Schutzpatron der Stadt und der ehemaligen Benediktinerabtei, die 974 gegründet wurde und die Keimzelle der Stadtentwicklung bildete. Vitus wird oft mit einem Palmzweig und einem Ölkessel dargestellt; im Stadtwappen erscheint er als goldene Figur, was seine spirituelle Bedeutung unterstreicht.
- Der Jülicher Löwe (Hinterseite): Die heraldisch linke Hälfte (rechts) zeigt auf goldenem Grund einen schwarzen, rot bewehrten und rot bezungten Löwen. Dies ist das Wappentier der Herzöge von Jülich. Es verweist auf die historische Zugehörigkeit großer Teile des heutigen Stadtgebiets zum Herzogtum Jülich, das Gladbach im 14. Jahrhundert zur Stadt erhob.
- Der blaue Wellenbalken (Unten): Im unteren Teil des Wappens verläuft ein blauer Wellenbalken. Dieser symbolisiert den Gladbach, den namensgebenden Bach der Stadt. In der Heraldik bezeichnet man dies als „redendes Wappen“, da das Bildsymbol den Namen der Stadt direkt erklärt.
- Die Sterne: Begleitet wird die Darstellung oft von silbernen Sternen. Diese symbolisieren traditionell die Vierzehn Nothelfer, zu denen der Heilige Vitus zählt.
Historische Entwicklung und Bedeutung
Historische Entwicklung und Bedeutung
Vor der großen Fusion von 1975 führten die beteiligten Städte eigene Wappen:
- Alt-Mönchengladbach: Zeigte ebenfalls den Heiligen Vitus und den Jülicher Löwen, jedoch in einer anderen Anordnung, getrennt durch den blauen Wellenbalken.
- Rheydt: Das Wappen von Rheydt war durch ein schwarzes Kreuz auf goldenem Grund geprägt (das Erbe der Herren von Bylandt).
- Wickrath: Hier dominierten die Symbole der Grafen von Quadt.


Borussia Mönchengladbach
Die Borussia wurde 1900 gegründet und wählte Farben, die eher politische und sportliche Identität ausdrücken,
Vereinsfarben
- Schwarz & Weiß: Diese Farben sind die traditionellen Landesfarben von Preußen. Der Name „Borussia“ ist die neulateinische Bezeichnung für Preußen. Viele Vereine, die sich zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs gründeten, drückten durch diese Farbwahl ihre patriotische Gesinnung aus.
- Grün: Diese Farbe kam erst später (offiziell ab den 1970er Jahren) prominent hinzu und ist heute fester Bestandteil der Vereinsidentität („Schwarz-Weiß-Grün“).

Zusammenfassend: Während die Stadtfarben lokale heraldische Traditionen widerspiegeln, orientierte sich der Verein bei seiner Gründung an der überregionalen Identität des damaligen Preußens.
Borussia-Raute

Die Borussia-Raute ist eines der bekanntesten Logos im deutschen Fußball, doch ihre Entstehung ist nicht bis ins letzte Detail dokumentiert. Hier sind die wichtigsten Stationen ihrer Geschichte:
Die Anfänge: Vom Schild zur Raute
- Erste Entwürfe (1899/1900): Ursprünglich hatte das Wappen eine klassische Schildform, ähnlich dem Emblem des FC Barcelona. Es war in drei Felder unterteilt: oben stand „Fussball Club“, in der Mitte schräg der Name „Borussia M.-Gladbach-Eicken“ und unten war ein Ball abgebildet.
- Einführung der Raute (1906): Erstmals tauchte die schwarz-weiß gestreifte Raute mit dem großen „B“ im Jahr 1906 auf einer Vereinsstandarte auf. Damals war sie noch mit einem goldenen Rand umstickt.
Warum eine Raute?
- Heraldische Bedeutung: In der Wappenkunde (Heraldik) ist die Raute eine klassische Figur. Warum sich die Gründer genau für diese Form entschieden, ist historisch nicht überliefert.
- Pragmatismus: Der Heraldiker Rolf Sutter vermutet, dass die Schrägstellung des „B“ in der Raute schlicht der besseren Lesbarkeit diente.
- Abgrenzung: Nach verschiedenen Fusionen und Variationen (z. B. zeitweise mit einem „R“ für Rasensport) setzte sich die Raute endgültig als Alleinstellungsmerkmal durch.
Aufstieg zum Kultsymbol
- Identität ab 1950: Spätestens seit dem Beitritt zur Vereinigung der Vertragsspieler (1949) wurde die Raute zum festen Markenzeichen auf den Trikots.
- Goldene Ära: In den erfolgreichen 1970er Jahren wurde das Logo teilweise mit einem grünen Hintergrund hinterlegt. Heute gilt die Raute als Symbol für die „Fohlenelf“ und die Widerstandsfähigkeit des Vereins.
