Eine Stadt – zwei Hauptbahnhöfe

Mönchengladbach ist deutschlandweit die einzige Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen (Mönchengladbach Hbf und Rheydt Hbf). Das liegt vor allem an der Geschichte der Stadt und einer Prise lokalem Eigensinn: 

Foto: digi Luft 35_Stadtarchiv – Hauptbahnhof Möchengladbach/1961
  • Zusammenlegung zweier Städte: Im Zuge der Gebietsreform von 1975 wurden die damals eigenständigen Großstädte Mönchengladbach und Rheydt zwangsvereinigt. Beide Städte brachten ihren eigenen Hauptbahnhof in die neue Stadtgemeinschaft ein.
  • Keine Umbenennung durch die Bahn: Nach der Fusion verzichtete die Deutsche Bundesbahn auf eine Umbenennung des Rheydter Bahnhofs (etwa in „Mönchengladbach-Rheydt“), vermutlich um Kosten und Aufwand zu sparen.
  • Widerstand aus der Bevölkerung: Spätere Pläne, den Status des Rheydter Bahnhofs herabzustufen oder ihn umzubenennen, stießen auf heftigen Protest der Bürger und der Lokalpolitik. Man fürchtete den Verlust an Prestige und eine Vernachlässigung des Standorts.
  • Einzigartiger Status: Da der Name „Rheydt Hauptbahnhof“ beibehalten wurde, behielt Mönchengladbach offiziell beide Hauptbahnhöfe und nutzt dies heute oft als kurioses Alleinstellungsmerkmal. 

Bild zeigt den Hauptbahnhof Rheydt vor dem Umbau

Foto: By Freddy2001

Während der Mönchengladbacher Hauptbahnhof das wichtigste Drehkreuz ist, wurde das Empfangsgebäude in Rheydt kürzlich durch einen modernen Neubau der EWMG ersetzt.